Kommunalwahl 2009: Die SPD Jüchen kann nur 1,2% hinzugewinnen

Der große Sieger der Kommunalwahl heißt FDP (+ 7,2 %), der große Verlierer CDU (- 9,1 %). Und das, obwohl die übergroße Mehrheit der Wähler im Vertrauen auf die parteiideologische Grundrichtung lieber einen unbekannten IT-Verwaltungsmann zum Bürgermeister wählte, Harald Zillikens/CDU (52,7%), als einen ausgewiesenen und erfolgreichen Kommunalpolitiker, Hans-Josef Schneider/SPD (29,9%).

Die Jüchener Sozialdemokraten konnten 1,2% an Stimmen hinzugewinnen. Und da die CDU zwar alle Direktmandate gewinnen konnte, aber ihre absolute Stimmenmehrheit erheblich verfehlte, wird die neue SPD-Ratsfraktion im erweiterten Rat (46 Sitze) 3 Sitze mehr als bisher haben und die FDP vier mehr, während alle übrigen Fraktionen gleich bleiben.

Damit konnte die SPD das Ziel, mit den Konservativen im Rat zukünftig auf Augenhöhe zu argumentieren, nicht wirklich erreichen. Die Wähler haben sich für eine Situation „Spitz auf Knopf“ entschieden. Die kleine Fraktion der Grünen, die der zweite große Verlierer dieser Wahl war (-3,7 % inkl. ehemaliger UÖWG), hat auch bisher schon regelmäßig als Anhang der CDU abgestimmt. Die CDU kann also bereits mit den Grünen plus der Bürgermeister-Stimme im Rat alle anderen Fraktionen überstimmen. Nur in den Ausschüssen wird es möglicherweise nicht so sein. Das verspricht interessant zu werden und gibt der verstärkten FDP-Fraktion gute Möglichkeiten der Mitgestaltung.

Soweit die politische Arithmetik. Die Sozialdemokraten haben sich vor dem Wahltag dafür ausgesprochen, dass ein neuer Geist der Zusammenarbeit in den neuen Rat einzieht. Denn nur so können die schweren Herausforderungen der zukünftigen Entwicklung der Gemeinde bei gleichzeitiger Entschuldung gemeistert werden. Es sollte möglich sein, einen Schlussstrich unter überflüssige und zum Teil auch verletzende Kontroversen in den letzten Monaten zu ziehen. Die neue SPD-Ratsfraktion wird ihren Beitrag dazu leisten.

Holger Tesmann

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