Die Gemeinde Jüchen leidet an CDU-Versagen

Der Rücktritt des 1. Beigeordneten Jansen war der letzte Akt eines monatelangen Dramas. Herr Jansen war bei seiner Wahl einem kommunalpolitisch erfahreneren Mitbewerber aus dem Westfälischen vorgezogen worden, weil der CDU-Fraktionsvorstand mit Esser, Mohren und Kreutz glaubte, ihn als ortsansässiges Parteimitglied besser im Griff zu haben. Das erwies sich als Trugschluss, weil Jansen als Kämmerer offenbar nicht bereit war, das sachlich Gebotene hinter den parteipolitisch motivierten Klientelwünschen zurückzustellen.

Wurden noch beim Rücktritt Jansens von seiner Bürgermeisterkandidatur als scheinbare Ursache „persönliche Gründe“ ins Feld geführt – was mehr verschwieg als erkennen ließ -, so ist die Begründung für seine Bitte um Entlassung als 1. Beigeordneter deutlich: Er möchte sich als Person und seiner Arbeitsweise treu bleiben; er kann sich nicht im gewünschten Maße in die politische Arbeit einbringen, wie es das Amt des 1. Beigeordneten erfordert.

Wie Frau Bürgermeisterin Kranz ist auch 1. BG Herr Jansen an der eigenen CDU-Fraktion und namentlich an ihrem Vorsitzenden Norbert Esser gescheitert.

Die Konsequenz, mit der Herr Jansen den vollständigen Rücktritt aus der Politik vollzog, verdient auch mit Blick auf die damit verbundenen existenziellen Fragen allen Respekt.

Die katastrophale Personalpolitik der CDU wird zur schweren Belastung für die Gemeinde. Einer orientierungslosen und zerstrittenen CDU fehlt jede Einsicht in die Kernanforderungen, die man an die Leitung einer Gemeinde in der Gegenwart stellen muss:

  • Aufbau personeller Kompetenz und kooperierender Netzwerke
  • Kooperation zwischen den kreativen und tragenden Kräften in Politik und Verwaltung
  • Klare langfristige Zielsetzungen in der Gemeindeentwicklung
  • Personelle und sachliche Kontinuität zum Erreichen dieser Ziele

Die bevorstehende Kommunalwahl muss in ihrer Entscheidung diese verfahrene und gefährliche Lage der Gemeinde auflösen. Die Bürgermeisterwahl ist eine Persönlichkeitswahl. Die Jüchener Sozialdemokraten sind stolz darauf, mit Hans-Josef Schneider einen in Verwaltungsangelegenheiten sachkompetenten, kommunalpolitisch erfahrenen und heimatverbundenen Bewerber ins Rennen um das Bürgermeisteramt schicken zu können. Die SPD will eine erneute absolute Mehrheit der CDU verhindern, damit die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat eine Diskussion auf Augenhöhe erlauben. Damit wird der Weg frei zu einer am Gemeinwohl orientierten Gemeindepolitik, die die großen Ziele der Entwicklung und Entschuldung erfolgreich bewältigen kann.

Holger Tesmann

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